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Ressort: Kultur, Politik, Wirtschaft
Datum: 11.6.2016
Ort: Bad Aussee

Medien.Mittelpunkt.Ausseerland: „Jeder braucht Macht“

Das Ausseerland präsentierte sich am Freitag von seiner sonnigen Seite. Die Teilnehmer des dritten Medienmittelpunktes nutzten das Kaiserwetter, um sich weiter zum Generalthema des diesjährigen Treffens – das Verhältnis von Wirtschaft, Politik und Medien zur Macht – auszutauschen. Die Zugänge waren vielfältig: OMV-Chefcontroller Christoph Trentini berichtete aus der Führungsetage eines der führenden Mineralölkonzerne, ARD-Nahost Korrespondentin Susanne Glass stellte ihr neues Buch vor und die Vize-Präsidentin des EU-Parlaments Ulrike Lunacek diskutierte mit dem Politologen Anton Pelinka die Macht-Krise Europas.

Zum Auftakt von Tag zwei beim dritten Medien.Mittelpunkt.Ausseerland bat der Handelsblatt-Korrespondent und Präsident der Auslandspresse in Wien, Hans-Peter Siebenhaar, den Chef-Controller der OMV, Christoph Trentini, zum „Hardtalk“ unter dem Motto „Zwischen Russland, Iran und Libyen – zu politischen und wirtschaftlichen Risiken im internationalen Öl- und Gasgeschäft“ ins Kurhaus Bad Aussee. Der renommierte Wirtschaftsjournalist befragte den hochrangigen Konzernvertreter zum Umgang mit Macht im Zusammenhang mit dem Ölbusiness. Trentini lieferte dabei spannende Einblicke in die Entscheidungsebene eines internationalen Großkonzerns.

Im Anschluss stellte ARD-Nahost Korrespondentin Susanne Glass ihr neues Buch „Grenzerfahrung. Vom Balkankrieg zur Flüchtlingskrise“ im Kammerhofmuseum Bad Aussee vor. Im Gespräch mit der Vorsitzenden des Presseclubs Concordia, Astrid Zimmermann, ließ Glass ihre Zeit als Südosteuropa-Berichterstatterin sehr launig und persönlich Revue passieren.

Interview der Studierenden der Medienakademie mit Susanne Glass über ihr Buch: https://www.youtube.com/watch?v=5iabuR0K2vc

Die Mächtigen und ihre Psyche

Im Vorfeld der abendlichen Podiumsdiskussion zum Thema „Umgang mit Macht“ lieferte Psychologe Michael Schmitz einen Einblick in die menschliche Psyche. „Was macht Macht mit Menschen?“, lautete die Fragestellung. Per se sei Macht nichts Unanständiges, so Schmitz. Denn: „Jeder von uns braucht Macht.“ Wichtig sei, sich immer darüber klar zu sein, worauf Macht fuße und wofür man sie einsetze.

Unter der Leitung von Trend-Redakteurin Vanessa Voss diskutierten im Anschluss Banker, Politiker und Politologen zum Umgang mit Macht. Politikwissenschaftler Anton Pelinka attestierte Europa eine Machtkrise: „Wir erleben einen Machtverlust nationaler politischer Systeme. Wir beobachten Machtverschiebung von der nationalen auf die transnationale Ebene, aber genau da ist die Politik schlecht aufgestellt.“ Denn die sei das einzige transnationale politische Gegengewicht dazu. „Doch die wird laufend torpediert und zwar von den Wählern.“ Dem pflichtete die Vizepräsidentin des EU-Parlaments Ulrike Lunacek grundsätzlich bei. Sie beschrieb die Thematik mit der Vielzahl an Lobbyisten internationaler Konzerne, die in Brüssel tätig seien: „Die Anzahl der Lobbyisten ist groß, aber sie sind im Normalfall kein Problem. Denn die Mehrheit der Lobbyisten und Abgeordneten sind integer.“ Voraussetzung dafür sei jedoch Transparenz, sie sei der erste und effizienteste Schritt gegen Korruption.

In der Wirtschaft gibt es bereits Beispiele, wie man sich einer scheinbaren Übermacht im Kleinen entgegenstellen kann. Christine Tschütscher von der im Entstehen begriffenen Bank für Gemeinwohl erzählte, warum sie dem etablierten Bankenwesen den Rücken gekehrt hat: „Ich habe aus persönlichen Erfahrungen heraus die Bank verlassen. Denn den Kunden wird nicht mehr das für sie bestes Produkt angeboten, sondern das Produkt, das gerade verkauft werden soll.“ Dabei wäre es die Aufgabe der Banken, zu vermitteln: „Zwischen denen, die Geld haben und jenen, die Geld brauchen. Um die Wirtschaft dadurch voranzubringen.“ Genau das wolle die Bank für Gemeinwohl wieder praktizieren. Bisher seien 3.700 Leute Mitglieder mit durchschnittlichen 700 Euro in der Genossenschaftsbank dabei. Auch Josef Stampfer, Obmann des Förderungsvereins der Primärbanken, skizzierte, wie man sich als regionale Bank erfolgreich gegen die Großen behaupten kann: „Die Strukturen der Banken folgen der Struktur der Wirtschaft. In Österreich und Deutschland ist diese KMU-lastig, daher haben kleinstrukturierte Banken hier eine Chance.“ Diese können in ihrer Region verankert einiges zum Positiven bewegen, so Stampfer. Alexandra Strickner, Vorsitzende von ATTAC Österreich stellte am Podium die Positionen ihres Vereins vor. Ihre Thesen attestieren der Politik ein Abhängigkeitsproblem: „Die wirtschaftliche Macht zeigt sich zunehmend in der politischen Macht.“

Klicks als neue Währung

Zum Abschluss des Medien.Mittelpunktes lud der Tourismusverband Ausseerland-Salzkammergut am Samstagvormittag zur launigen Doppelconférence mit Ernst Sittinger, Mitglied der Chefredaktion der Kleinen Zeitung, und dem Herausgeber der Deutschen Wirtschaftsnachrichten, Michael Maier. Als Überschrift des Gesprächs diente Maiers aktueller Buchtitel „Das Ende der Behaglichkeit“. Welche Themen greifen welche Medien warum auf? Diese Frage bestimmte die Diskussion. Maier erklärte seinen Zugang zur Auswahl von Informationen, die sein Nachrichtenportal verbreitet. Einig war man sich dabei, dass gerade im Onlinegeschäft mittlerweile Klicks zur neuen Währung wurden: „Es geht nur mehr darum, was geklickt wird.“ Das sei nicht von vorneherein negativ, gab Maier zu bedenken. Er kritisierte vielmehr, dass sich etablierte Medien nicht mehr am Interesse der Leser orientieren.

Stipendienprogramm und Medienakademie

In diesem Jahr findet ein von Dr. Doris Dialer koordiniertes Stipendienprogramm unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments statt, bei dem Kommunikationswissenschaftlern sowie angehende Journalisten von renommierten europäischen Universitäten und Fachhochschulen die Möglichkeit erhalten unter der fachkundigen Leitung von nzz.at Chefredakteur Michael Fleischhacker in einer Medienakademie wichtige Praxiserfahrungen unter Echtzeitbedingungen zu sammeln und dabei Interviews, Kommentare und Berichte zu verfassen, welche die Diskussion sowohl off- als auch online bereichern. Finanziert wird das Stipendienprogramm von der Fraktion der Grünen im Europäischen Parlament sowie vom Presseclub Concordia.

Eine Auswahl der Arbeiten der Stipendiaten lesen Sie hier: https://medienmittelpunktblog.wordpress.com/

Weitere Informationen:

Der Medien.Mittelpunkt.Ausseerland ist ein junges Diskussionsformat, bei dem sich hochkarätige Vertreter aus Politik, Medien, Wirtschaft und Kultur treffen, um aktuelle gesellschaftspolitische Fragen zu diskutieren. Inhaltlich zeichnen der Verband der Auslandspresse in Österreich, der Presseclub Concordia, Heidi Glück - spirit & support sowie die pro.media kommunikation für die Veranstaltung verantwortlich. Die Veranstaltung wird getragen vom Tourismusverband Ausseerland – Salzkammergut.

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Rückfrage-Hinweis:

Tourismusverband Ausseerland - Salzkammergut
Ernst Kammerer
Bahnhofstraße 132
A-8990 Bad Aussee

t: +43 3622 540 40-0

www.ausseerland.at
info@ausseerland.at

Medienkontakt:

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c/o mag. gabi ziller
maximilianstr. 9
a-6020 innsbruck

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Die Vizepräsidentin des EU Parlaments Ulrike Lunacek und Professor Anton Pelinka mit einigen der NachwuchsjournalistInnen der Medienakademie.

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Der OMV Chef-Controller Christoph Trentini und der Handelsblatt Korrespondent Hans-Peter Siebenhaar im "Hard Talk" über die politischen und wirtschaftlichen Risiken im internationalen Öl- und Gasgeschäft.

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Susanne Glass stellte ihr neuestes und sehr persönliches Buch "Grenzerfahrung" sehr launig mit Astrid Zimmermann im Kammerhofmuseum vor.

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Psychologe Michael Schmitz versuchte zu erklären "Was Macht mit Menschen macht".

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Ernst Sittinger (CR Kleine Zeitung) und Michael Maier (DWN) diskutierten über "Das Ende der Behaglichkeit" und die Situation in den Medien heute.

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Tourismusverbands-Geschäftsführer Ernst Kammerer mit den beiden Leitern der Medienakademie Dr. Doris Dialer und Michael Fleischhacker.

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