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Ressort: Chronik, Freizeit, Politik, Tourismus, Umwelt, Stubai
Datum: 27.3.2017
Ort: Innsbruck

Studie belegt touristischen Erfolg von WildeWasserWeg – geplante Wasserableitungen gefährden gesamte Region!

Mehr als 5000 Besucher erkundeten an Spitzentagen im Sommer des ersten vollen Betriebsjahres 2016 den Stubaier WildeWasserWeg – zwischen 20. Mai und 6. November 2016 wurden in Summe ca. 250.000 Besucher gezählt. Dies ist nur eines von vielen aussagekräftigen Studienergebnissen, die das enorme touristische Potential des „Tals des wilden Wassers“ verdeutlichen: Der WildeWasserWeg zählt schon heute zu den beliebtesten touristischen Attraktionen in Österreich. Die Bedrohung einer ganzen Region durch die geplanten Wasserableitungen der TIWAG für das Kraftwerk Sellrain-Silz wollen der TVB Stubai und der Planungsverband 21 Stubaital nicht hinnehmen, gestärkt mit wissenschaftlichen Fakten leisten sie „mit allen verfügbaren Mitteln“ Widerstand.

Eine aktuelle Studie vom Institut für Natursport und Ökologie an der Deutschen Sporthochschule Köln dokumentiert erstmals das Aufkommen und Verhalten von Besuchern des Stubaier WildeWasserWegs und belegt damit die touristische Bedeutung des einzigartigen Wanderwegs für die Region und darüber hinaus: Mehr als 5000 Besucher pro Tag wurden in der Kernferienzeit registriert. Nach den österreichweiten Statistiken der beliebtesten Touristenattraktionen gehört der Stubaier Wanderweg damit zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten des Landes. „Die Zahlen lassen keinen Zweifel daran, dass der WildeWasserWeg ein überdurchschnittlich beliebtes Ausflugsziel ist. Speziell an heißen Sommertagen ist der Andrang mit über 5000 Besuchern enorm“, bringt es Projektleiter Prof. Dr. Ralf Roth von der Sporthochschule Köln auf den Punkt.

Dem Naturschauspiel droht das Aus

Doch dem Naturschauspiel im „Tal des wilden Wassers“ droht das Aus: für das Kraftwerk Sellrain-Silz sollen aus unterschiedlichen Gewässern des WildeWasserWegs Ableitungen erfolgen. Im Fernaubach und im Mutterbergbach würden dann nur noch 20% Restwasser fließen. Laut einem Schweizer Sachverständigen könnte bei einem weiteren Abschmelzen der Gletscher die Ruetz bis Grawa hinaus sogar streckenweise trockenfallen. Dabei sind die Bäche und Wasserfälle als touristische Attraktion nicht mehr aus dem Stubaital wegzudenken: 40 Prozent aller Nächtigungen entfallen hier auf den Sommer. Mit einer Investitionssumme von zwei Millionen Euro hat sich der WildeWasserWeg in kürzester Zeit als Besuchermagnet etabliert. Der Tourismusexperte Hubert Siller weist auf die Bedeutung des Naturschauspiels für die Profilierung der Region hin: „Der WildeWasserWeg ist nicht nur eines der herausragendsten Projekte des alpinen Sommertourismus, sondern Symbol für die sommertouristische DNA des Stubaitals.“ Die Bedeutung des Sommertourismus für die Region liegt auf der Hand. „Leiten sie die Gewässer ab, rauben sie uns nicht nur einige der letzten naturbelassenen Gewässer, sie gefährden damit die Zukunft der gesamten Region“, bringt es Sepp Rettenbacher (Obmann TVB Stubai) auf den Punkt. „Im Tal herrscht Einigkeit und die Wissenschaft gibt uns Rückenwind: Wir werden dem Projekt Wasserableitungen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln Widerstand leisten“, so Rettenbacher. Inzwischen wurde beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen das Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) in erster Instanz eingelegt, die Verhandlung startet diesen Montag (27.03.2017) in Wien.

Studie zeigt: WildeWasserWeg ist ein Besuchermagnet

Über einen durchgehenden Zeitraum von 171 Tagen (20. Mai bis 6. November 2016)  wurden mittels Infrarot-Lichtschranken die Besucher auf dem 11,56 km langen Wanderwegs entlang der Ruetz – von der WildeWasserArena bei Ranalt bis zum Sulzenauferner – registriert. Am 17. August wurden über eine manuelle Beobachtung zusätzliche Merkmale wie das Bewegungsverhalten oder die Ausrüstung festgehalten, erklärt Studienleiter Roth. Im gesamten Zeitraum waren insgesamt ca. 250.000 Besucher auf dem Wanderweg unterwegs. Pro Tag zählt man im Schnitt 1.919 Gäste, in der Kernferienzeit stieg die Zahl auf über 5000 Besucher pro Tag. Das höchste Aufkommen verzeichnete man an allen Zählstellen um die Mittagszeit (11 bis 13 Uhr), erwartungsgemäß wurden an Ferien- und Feiertagen sowie an den Wochenenden mehr Gäste erfasst, als unter der Woche. Jedoch schien das Wetter ein noch wichtigeres Entscheidungskriterium zu sein, als der Tag: so machten sich an Wochentagen mit „gutem“ Wetter mehr Besucher auf den Weg, als an Ferien- und Feiertagen sowie Wochenendtagen mit „schlechtem“ Wetter. Vor allem an sehr heißen Tagen (bis 30° C) suchten die Wanderer die wasserreiche Region bevorzugt auf. Der Frequenz nach zu urteilen waren die Aussichtsplattform Grawa Wasserfall und der Zustieg über die Grawa Alm die beliebtesten Orte am WildeWasserWeg. Für die teilweise durchaus anspruchsvollen Wanderwege begeistern sich vor allem Erwachsene, mit 14,9% an Besuchern, die geschätzt jünger als 14 Jahre waren, zieht das Naturjuwel auchverhältnismäßig viele junge Menschen an.

Drohende Wasserableitung mit massiven Folgen

Die geplanten Wasserableitungen der TIWAG aus Fernaubach, Daunkogelfernerbach und Mutterbergbach für das Kraftwerk Sellrain-Silz hätten massive Auswirkungen auf die gesamte Region, warnen Experten. Laut Plan dürfte die TIWAG bis zu 3.700 Litern Wasser pro Sekunde entnehmen, was nicht nur das Landschaftsbild drastisch verändern würde: Eingriffe in die Gewässer beeinträchtigen das Laichaufkommen der heimischen Fischarten, der Geschiebehaushalt würde sich deutlich verändern und ein höheres Hochwasserrisiko mit sich bringen. Nicht nur bei der regelmäßigen Entfernung des Geschiebes, hätte man immer wieder mit Baustellenlärm, Sprengungen, Staub und einem vermehrten LKW-Verkehrsaufkommen zu kämpfen – die Baustellen für Stollen und Bachfassungen würden sich vermutlich über Jahre ziehen und mit etlichen Hubschrauberflügen und LKW-Fahrten eine Belastung für Bevölkerung und Natur darstellen. Auch die Bachfassungen müssten dauernd gereinigt werden und brächten stets unberechenbare, dreckige Wasserschwalle mit sich. Die Region würde durch die vielen nötigen gelben Warntafeln mit der Aufschrift „Achtung Wasserschwall“ oder „Spielen im Bach ist lebensgefährlich“ optisch abgewertet – bisher konnten weder TIWAG noch Behörden abschätzen, wo diese überall benötigt werden würden.

Weitere Infos zum WildeWasserWeg unter www.stubai.at

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Der Ruetz-Katarakt gehört zu den meist frequentierten Orten am WildeWasserWeg. Täglich wandern im Schnitt 1.919 Gäste pro Tag entlang der Wasserwege.

Foto: TVB Stubai/ André Schönherr
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Mit einer Besucherzahl von ca. 250.000 von Mitte Mai bis November zählt der WildeWasserWeg zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Österreichs.

Foto: TVB Stubai/ Heinz Zak
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Für das Kraftwerk Sellrain-Silz will die TIWAG aus den Gewässern im Stubai ableiten. In einigen Bächen würden dann nur noch 20% Restwasser fließen.

Foto: TVB Stubai/ André Schönherr
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Die Vertreter des TVB Stubai Tirol und der Planungsverband 21 Stubaital erhalten Rückenwind durch die Wissenschaft. V.l.: Hubert Siller, Hermann Steixner, Sepp Rettenbacher, Roland Volderauer und Ralf Roth.

Foto: pro.media / Plattner
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Die Region leistet geschlossen gegen die geplanten Wasserableitungen im Stubaital Widerstand. V.l.: Hermann Steixner ( Planungsverband 21 Stubaital), Sepp Rettenbacher (Obmann TVB Stubai Tirol), Roland Volderauer (GF TVB Stubai Tirol).

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Sepp Rettenbacher, Obmann des TVB Stubai Tirol betont die Bedeutung des Wassers für die Region als Lebensraum und insbesondere auch für das touristische Produkt "WildeWasserWeg".

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Tourismusexperte Hubert Siller sieht die touristische DNA des Stubaitals bedroht.

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Ralf Roth von der Deutschen Sporthochschule Köln dokumentierte im Sommer 2016 erstmals das Aufkommen und Verhalten von Besuchern des Stubaier WildeWasserWegs und belegt damit die große touristische Bedeutung.

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