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Ressort: Chronik, Gesellschaft, Vinzenzgemeinschaft, Soziales
Datum: 25.4.2014
Ort: Innsbruck

Vinzenzgemeinschaften in Tirol präsentieren Jahresbericht 2013 und stellen die neuen Projekte vor

Die 65 Tiroler Vinzenzgemeinschaften mit mehr als 600 Mitgliedern leisten alljährlich wertvolle Dienste am Nächsten. Mehr als eine Million Menschen engagieren sich weltweit in Vinzenzgemeinschaften (VZG), was sie zur größten Laienorganisation in der katholischen Kirche macht. Auch in Tirol kümmern sich die Mitglieder der VZG ehrenamtlich um Mitmenschen in seelischer oder materieller Not, unabhängig ihrer Herkunft oder ihres Religionsbekenntnisses. 2013 unterstützten die Tiroler VZG rund 4.500 Familien sowie Einzelpersonen und wendeten dafür mehr als 600.000 Euro an finanziellen Mitteln auf. Neu im Kreis der Tiroler VZG sind die Projekte VinziHand Tirol und VinziBett.

Hilfeleistungen durch die Tiroler Vizenzgemeinschaften 2013

Im vergangenen Jahr unterstützten die Tiroler VZG rund 4 500 in Not geratene Familien und Einzelpersonen mit insgesamt 600.000 Euro. Die Finanzmittel wurden in erster Linie für Lebensmittelgutscheine, Beiträge zu Betriebskosten, zur Vermeidung von Stromabschaltungen und Delogierungen verwendet. Damit hat sich der Finanzmittelbedarf der Tiroler VZG, der im Jahr 2004 noch 270.000 Euro betrug, in den vergangenen zehn Jahren um über 100%, oder durchschnittlich um 10% pro Jahr, erhöht.

Gründung neuer Vinzenzgemeinschaften

Im Berichtsjahr 2013 wurden in Tirol zwei neue Vinzenzgemeinschaften gegründet. Die 64. VZG entstand in Umhausen im Ötztal und die 65. VZG, die sich VinziHand Tirol nennt, entstand in Innsbruck. Sie verfolgt ein ganz besonderes Ziel, das im Folgenden näher erklärt wird. Zudem wurde im Dezember 2013 die Schlafstelle VinziBett für Menschen ohne Obdach eröffnet, die am 15. April 2014 aber ihren Betrieb vorerst – bis zum nächsten Winter – eingestellt hat.

Beschäftigungsinitiative VinziHand Tirol

Die VZG VinziHand Tirol, mit Obmann Dietmar Günther, ist ein Pilotprojekt, das vorerst auf die Dauer von sechs Monaten begrenzt ist. VinziHand Tirol ist eine neue Beschäftigungsinitiative, die kleinere Hilfsarbeiten in Haus und Garten vermittelt. Auf der einen Seite sind insgesamt 60 Helfer, vorwiegend Menschen ohne Arbeit, die in Sozialeinrichtungen oder Flüchtlingsunterkünften leben. Sie werden unterstützt von zehn ehrenamtlichen Helfern der VZG VinziHand und bieten unentgeltlich ihre Dienste an, wie etwa Rasenmähen oder kleinere Hilfsarbeiten im Haushalt. Als Gegenleistung erhält die Vinzenzgemeinschaft von den Auftraggebern – meist Menschen, die für diese Tätigkeiten Hilfe benötigen – freiwillige Spenden. Die Helfer wiederum – die als Mitglieder der VZG Unfall- und Haftpflicht versichert sind, erhalten als Dank seitens der VZG regelmäßig kleinere Geschenke in Form von Gutscheinen oder Sachleistungen. „Uns ist wichtig, zu betonen, dass es sich nicht um entgeltliche Dienstleistungen handelt“, erklärt dazu VZG-Obmann Günther, „zudem bieten wir keine professionellen Arbeiten an, sondern lediglich kleinere Hilfsdienste.“ Schon im ersten Monat des Bestehens leisteten die 60 Helfer von VinziHand mehr als 300 Arbeitsstunden. Die Finanzierung des Projektes erfolgt ausschließlich über Spenden und Unterstützung durch den Dachverband der VZG in Tirol.

VinziBett zeigt Bedarf an Unterkünften und Sinnhaftigkeit von Insellösungen auf

Das Projekt VinziBett, eine Schlafstelle während des Winters für Menschen ohne Obdach, wurde vom Dachverband (Zentralrat) ins Leben gerufen. Mit der Schlafstelle wurden 8 Dauerschlafplätze (für Menschen, die bereits länger keine Unterkunft hatten) und weitere 5 Einzelschlafplätze (für Menschen unterschiedlicher Nationen, meist aus dem Osten Europas) eingerichtet. In der Innsbrucker Pontlatzerstraße wurde von Dezember 2013 bis 15. April 2014 diese Unterkunft angeboten. Für einen geordneten und friedvollen Betrieb war die Anwesenheit von MitarbeiterInnen während der Öffnungs- und Einlasszeiten (18.00 – 20.00 Uhr) und während der Nacht (20.00 bis 08.00 Uhr) notwendig. Monika Horvath von der VZG Arzl hat das Projekt VinziBett mitbetreut und berichtet von sehr positiven Erfahrungen: „Die Nachbarschaft und die Menschen, die bei uns Unterschlupf fanden, waren voll des Lobes für das Projekt.“ Die 5 Einzelschlafplätze verzeichneten über den Winter hinweg rund 600 Nächtigungen. Erschreckend war für Horvath hingegen der offensichtliche Bedarf an derartigen Notunterkünften: „Wir mussten immer wieder Menschen abweisen, weil wir bereits vollbelegt waren. Das war für uns alle besonders belastend.“ Zugleich zeigte das Projekt VinziBett eindrucksvoll, dass Insellösungen in kurzfristig leerstehenden Gebäuden ein probates Mittel sind, um dem Mangel an Schlafplätzen entgegenzuwirken. „Wir hatten das Glück, hier 160 qm ungenützte Fläche vorzufinden, um VinziBett umzusetzen“, erklärt Horvath. Die Betten für die Schlafstelle wurden vom Österreichischen Bundesheer zur Verfügung gestellt und allabendlich versorgte der VINZIBUS die Bewohner und Mitarbeiter mit Essen. Die fünf MitarbeiterInnen wurden von einem erfahrenen Psychologen begleitet und betreut. Die gesamte Planungs- und Organisationsarbeit, Lohnverrechnung u.v.m. erfolgte ehrenamtlich.

Für den Präsidenten der Tiroler VZG, Christoph Wötzer, ist die Schlafstelle der traurige Beweis dafür, dass in Innsbruck dringend mehr solche Angebote geschaffen werden müssen: „Die Vollauslastung unserer Schlafstelle, wie auch der offiziellen und durch das Land Tirol finanzierten Notschlafstelle durch das Rote Kreuz in der Trientlgasse, hat die Notwendigkeit des Projektes leider bestätigt. Und dies trotz verhältnismäßig warmer Witterung in diesem Winter. Damit wurde die bisherige Argumentation, es bestehe kein Bedarf an zusätzlichen Schlafplätzen, klar widerlegt.“

Neben humanitären Zielen war eine Motivation hinter dem Projekt, nachzuweisen, dass Insellösungen durch Nutzung von leerstehenden Räumlichkeiten in der Stadt ein tauglicher Ansatz zur Lösung des Problems der fehlenden Winterschlafstellen in Innsbruck sind. „Wir werden dem Land Tirol und der Stadt Innsbruck für die Planung in Zukunft unsere Erfahrungen zur Verfügung stellen“, so Wötzer. Er hofft, damit einen Beitrag zur Lösung des Problems in Zukunft geleistet zu haben.

Gründung von neuen Vinzenzgemeinschaften

Die Tiroler VZG sind immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern. Denn soziale Dienste können nur wirksam geleistet werden, wenn diese organisiert und auf Dauer eingerichtet sind. Beide Voraussetzungen erfüllen die Vinzenzgemeinschaften. „Deshalb ist es unser Bestreben, neue Vinzenzgemeinschaften ins Leben zu rufen“, so Präsident Wötzer. Entsprechend den Gegebenheiten wird beabsichtigt, diese in den „Seelsorgeräumen“ (hier werden mehrere Pfarren zusammengelegt) zu errichten. Die Erfahrungen damit sind durchwegs positiv. Die Gründung einer VZG ist nicht schwer: Drei bis fünf Personen (Gründungsmitglieder) sind zur Gründung ausreichend. Die zur Gründung notwendigen Unterlagen (Statuten, Gründungseinladung) werden vom Zentralrat zur Verfügung gestellt. Jede Vinzenzgemeinschaft erhält bei der Gründung 3.000 Euro vom Zentralrat. Im Zuge des ersten Treffens der Mitglieder wird ein Falter mit näheren Informationen (Arbeitsweise der VG, Kontaktadresse, Bankverbindung etc.) erarbeitet. Dann erfolgt die Information an die Bevölkerung und Systempartner (Falterversand, Medien, Gemeindezeitung, Pfarrbrief etc.) samt Aufruf zur Mitarbeit. Die MitarbeiterInnen werden in einer Liste erfasst und bei Bedarf eingesetzt. Einmal im Jahr findet mit ihnen ein Treffen statt und sie werden zu den (kostenlosen) Fortbildungen des Zentralrates sowie zur Wallfahrt eingeladen. Sie sind über die VG unfall- und haftpflichtversichert. In der Folge richtet sich die Arbeit der Vinzenzgemeinschaft nach dem Bedarf in der Region.

Nähere Informationen zu den Tiroler Vinzenzgemeinschaften erhalten Sie unter www.vinzenzgemeinschaften-tirol.at.

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Rückfrage-Hinweis:

Vinzenzgemeinschaften Tirol
c/o Dr. Christoph Wötzer
Lohbachsiedlung B23b
a-6020 Innsbruck

m: +43 650 2873170

www.vinzenzgemeinschaften-tirol.at
c.woetzer@tirol.gv.at

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Präsentierten einen Überblick zu den Aktivitäten der Vinzenzgemeinschaften in Tirol 2013 (v.li.): Christoph Wötzer (Präsident des Zentralrates der VZG in Tirol), Monika Horvath (VZG Arzl, Mitarbeiterin VinziBett) und Dietmar Günther (Obmann VZG VinziHand).

Foto: Tiroler Vinzenzgemeinschaften
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Monika Horvath (VZG Arzl) betreute den Winter über die Bewohner der Schlafstelle VinziBett in der Pontlatzerstraße.

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Die Vinzenzgemeinschaften in Tirol setzen mit neuen Sozialprojekten wie VinziHand und VinziBett regelmäßig Akzente (v.li.): Dietmar Günther (Obmann VZG VinziHand), Monika Horvath (VZG Arzl, Mitarbeiterin VinziBett) und Christoph Wötzer (Präsident des Zentralrates der VZG in Tirol).

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Dietmar Günther ist Obmann der neuen VZG VinziHand, einer Beschäftigungsinitiative mit mittlerweile rund 70 Helfern.

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