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Ressort: Chronik, Gesellschaft, Vinzenzgemeinschaft, Soziales
Datum: 29.10.2014
Ort: Innsbruck

Vinzenzgemeinschaften Tirol fordern Erweiterung der Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylwerber

Mit der Initiative "VinziHand" haben die Vinzenzgemeinschaften Tirol seit April dieses Jahres eine Möglichkeit gefunden, Flüchtlinge und Beschäftigungssuchende sinnvoll in Beschäftigungsprojekten einzusetzen. Auf Grund der positiven Annahme dieses Projektes appellieren die Vinzenzgemeinschaften nun an die politischen Verantwortungsträger, den Bereich der gesetzlich erlaubten gemeinnützigen Tätigkeiten von Flüchtlingen auszuweiten. Neben dieser Forderung weisen die Vinzenzgemeinschaften die öffentliche Hand auf die akute Notwendigkeit von Notschlafstellen im Winter hin: In Richtung Politik ergeht dabei das Angebot, diesbezüglich mit Knowhow und Ausstattung zur Seite zu stehen.

Beschäftigungsinitiative „VinziHand“ als Erfolgsprojekt

Im April des Jahres 2014 starteten die Vinzenzgemeinschaften Tirol die Beschäftigungsinitiative „VinziHand“. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das Flüchtlingen und Beschäftigungssuchenden unterschiedlicher Herkunft und Glaubensgemeinschaften kleinere Hilfsarbeiten in Haus und Garten vermittelt. Zielgruppe des Projektes sind hauptsächlich Menschen, die zur Bewältigung verschiedener Alltagsarbeiten Unterstützung benötigen. „Arbeitssuchende, die hierbei Hilfe leisten, erhalten dafür eine umfangreiche Unfall- Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung“, so Dietmar Günther, Obmann des Projektes „VinziHand“. „Wir als Vinzenzgemeinschaft bekommen von den Auftraggebern eine Spende und unterstützen die Helfer bei Bedarf mit Gutscheinen. Es handelt sich demnach also nicht um entgeltliche Dienstleistungen“. 

Dabei können die Vinzenzgemeinschaften eine äußerst positive Bilanz der ersten Monate ziehen: „Es besteht ein hoher Bedarf an unseren Diensten. In den bisherigen Monaten des Bestehens leisteten 60 Helfer mehr als 1 800 Stunden“, erklärt Günther.

Ausweitung der Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylwerber notwendig

Nachdem die Notwendigkeit dieses Projektes auf Grund der großen Nachfrage bestätigt wurde, richten die Vinzenzgemeinschaften nun einen Appell an die politischen Verantwortungsträger, den Bereich der gesetzlich erlaubten gemeinnützigen Tätigkeiten von Asylwerber auszuweiten. Im Rahmen eines Pressegespräches im Innsbrucker Haus St. Josef am Inn wies der Präsident der Tiroler Vinzenzgemeinschaften, Christoph Wötzer, dabei darauf hin, dass gemeinnützige Arbeit für Flüchtlinge nie ein Ersatz für eine tragfähige bundesrechtliche Regelung zur Zulassung von Asylwerbern am Arbeitsmarkt sein kann. „Aus diesem Grund regen wir an, das Spektrum der gesetzlich erlaubten gemeinnützigen Tätigkeit von Flüchtlingen von Projekten der Gemeinden wie etwa Wildbach- und Lawinenverbauung auf kirchliche Einrichtungen wie Landschaftspflege, Rasenpflege oder Reinigung von Jugendzentren auszuweiten. Eine Erweiterung der Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylwerber stiftet einen wertvollen Nutzen für die Gesellschaft. Gerade in Zeiten wie diesen, sehen wir ein Handeln als unabdingbar“, so Wötzer. 

Einrichtung von Notschlafstellen als Aufgabe der Politik

Neben solchen Forderungen werden politische Verantwortungsträger von Seiten der Tiroler Vinzenzgemeinschaften aktuell auch auf die akute Not von Notschlafstellen im Winter hingewiesen: Mit der Winterschlafstelle „VinziBett“ zeigte die Vinzenzgemeinschaft letzten Winter auf, wie leerstehende Räumlichkeiten zur Lösung akuter Probleme genutzt werden können. Mit dem Projekt wurden acht Dauerschlafplätze  und weitere fünf Einzelschlafplätze in der Innsbrucker Pontlatzerstraße eingerichtet, das Menschen ohne Obdach nutzen konnten. Die Schlafstelle verzeichnete über den Winter hinweg rund 1 600 Nächtigungen, immer wieder mussten Menschen sogar abgewiesen werden, da kein Platz frei war. Mit dem Projekt wurde bestätigt, dass solche Insellösungen, also kleine überschaubare Einheiten,  in kurzfristig leerstehenden Gebäuden ein probates Mittel sind, um dem Mangel an Schlafplätzen entgegenzuwirken.

Diesen Winter wird das Projekt „VinziBett“ jedoch nicht weitergeführt. „Nach unserem Leitbild haben wir die Aufgabe, Lücken im sozialen Netz aufzuzeigen, nicht aber, diese in Fachbereichen zu decken“, so der Präsident der Vinzenzgemeinschaften Tirol. „Der Bereich ‚Obdachlosigkeit‘ ist ein ‚Fachbereich‘ - damit ist die Zuständigkeit der Politik und der Facheinrichtungen gegeben. Ehrenamtliche Einrichtungen wie wir sind nicht in der Lage, auf Dauer die Verpflichtungen der öffentlichen Hand zu erfüllen. Aus diesem Grund werden die Tiroler Vinzenzgemeinschaften hinsichtlich Notschlafstellen in Innsbruck aus eigenem Antrieb nicht mehr tätig“ erklärt Wötzer.

Es steht aber von Seiten der Vinzenzgemeinschaften das Angebot, der Stadt mit Ausstattung und Knowhow zur Seite zu stehen: „Die Vinzenzgemeinschaften haben bis heute die Räumlichkeiten in der Pontlatzerstraße 38 bewusst noch nicht ausgeräumt. 15 Betten, Schränke, Tische, Stühle, Vorhänge, Raumteiler, Kochgelegenheit etc. stehen dort ab sofort zur Verfügung. Wenn die Räumlichkeiten von Seiten der Stadt Innsbruck im Winter 2014/2015 nicht gebraucht werden, räumen wir die Schlafstelle mit 10. November 2014“, so der Präsident abschließend.

Nähere Informationen zu den Tiroler Vinzenzgemeinschaften erhalten Sie unter www.vinzenzgemeinschaften-tirol.at/service/medieninfos

 

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Machen auf die Notwendigkeit von weiteren Notschlafstellen im Winter sowie einer Erweiterung der Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylwerber aufmerksam: (v.l.) Dietmar Günther (VinziHand), Monika Horvath (VinziBett) und Christoph Wötzer (Präsident Tiroler Vinzenzgemeinschaften).

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(v.l.) Dietmar Günther (Obmann VinziHand), Monika Horvath (leitende Mitarbeiterin VinziBett) und Christoph Wötzer (Präsident Tiroler Vinzenzgemeinschaften).

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