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Ressort: Sport
Datum: 27.2.2015
Ort: Falun

Kombinierer-Legende Mario Stecher beendet Profi-Karriere

Auch wenn er nicht selbst am Start ist, nutzte Kombinierer Mario Stecher am Freitag die Nordische Ski-WM in Falun als Bühne. Nach einzigartigen 22 Jahren Profi-Karriere gab der mehrfache Olympiasieger, Weltmeister und Weltcupsieger bei seinem Besuch in Schweden seinen Rücktritt bekannt. Stecher arbeitet derzeit an einem autobiografischen Ratgeber und wird sein Sportmanagement-Studium forcieren, bevor er sich neuen Herausforderungen widmen will.

„Weil es der richtige Zeitpunkt ist“, fasst Mario Stecher die Gründe für seinen Rücktritt vom Profisport zusammen. Der 37-jährige Steirer, der 1994 am legendären Holmenkollen als jüngster Weltcupsieger in die Geschichte der Nordischen Kombination einging, beendet nunmehr seine einzigartige Karriere. Dass er für diese Bekanntgabe ausgerechnet die Nordische Ski-WM in Falun als Bühne nutzt, kommt nicht von ungefähr. Stecher wurde 2015 nicht in den ÖSV-WM-Kader berufen, was für den erfahrenen Sportler nicht einfach zu akzeptieren war, wie er offen zugibt: „Die Nichtnominierung war sicherlich ein herber Rückschlag für mich, es sollte meine Abschiedsvorstellung werden. Doch ich habe mehr Erfahrung mit Niederlagen, als jeder andere. Daher weiß ich, dass auf jedes Tief wieder ein Hoch folgt. Und genau darauf freue ich mich nun.“ Er sei bewusst nach Falun gekommen, um zu zeigen, dass er voll hinter den ehemaligen Teamkollegen stehe und keinen Groll wegen seiner Nichtberücksichtigung hege, so Stecher. Er gratuliere vor allem seinem Teamkollegen Bernhard Gruber zur Goldmedaille von der Großschanze: „Eine ganz tolle Leistung von Bernhard!“ In die Diskussion um das Abschneiden im Teambewerb wolle er sich jedoch nicht einbringen: „Das zu kommentieren, ist nicht meine Aufgabe.“ Er gab allen Kritikern an der Leistung des ÖSV-Teams aber zu bedenken, dass „es im Sport immer ein auf und ab ist, einmal hat man Erfolg und dann eben nicht“. Er wünsche seinen Kollegen jedenfalls weiterhin viel Glück. Ob er selbst nach 43 Podiumsplätzen bei Weltcuprennen eine Trainerkarriere anvisieren, lässt er offen: „Im Moment ist das kein Thema für mich, aber ich würde mein Wissen und meine Erfahrung prinzipiell schon gern an junge Athleten weitergeben.“

Spurwechsel: Spitzensportler will Erfahrungen weitergeben

Der Vater zweier Söhne und Ehemann von Skirennläuferin Carina Raich freut sich nun auf einen neuen, spannenden Lebensabschnitt: „Man kann in Analogie zu meinem Sport durchaus von einem Spurwechsel sprechen.“ Seine Familie stehe zu 100 Prozent hinter ihm und seiner Entscheidung, so der zwölffache Weltcupsieger. Stecher widmet sich nun mit vollem Elan seinem autobiografischen Buchprojekt und will sein Sportmanagement-Studium fortsetzen: „Das Buch, an dem ich arbeite, wird sich basierend auf meiner Biografie mit dem Umgang mit Niederlagen beschäftigen.“ Im Laufe seiner Profi-Karriere, die von 1993 bis 2015 unglaubliche 22 Jahre andauerte, musste der gebürtige Eisenerzer immer wieder herbe Rückschläge, etwa in Form von Verletzungen hinnehmen. Demgegenüber standen aber auch zahlreiche großartige Erfolge. „Die beiden Olympiasiege mit dem, Team, die gewonnen Zielsprints gegen die Deutschen bei den Weltmeisterschaften und die Silbermedaillen im Einzel“, zählt er seine schönsten Siege auf. Am intensivsten blieb ihm jedoch die Silbermedaille bei der WM 2013 in Val die Fiemme in Erinnerung: „Das unbestrittene Highlight meiner Karriere. Nach einer derart schweren Knieverletzung zurückzukommen, hat enorm viel Kraft und Überwindung gekostet. Es tat im wahrsten Sinn des Wortes weh.“ Diese Erfahrungen wird er nun in seinem Buch verarbeiten, das voraussichtlich noch im Frühjahr 2015 erscheint: „Es geht darin nicht nur um Sport, sondern um das Leben und seine Herausforderungen. Denn wer, wenn nicht ich, könnte vermitteln, wie man mit Rückschlägen umgeht.“ Stecher hat über dieses Thema bereits Vorträge gehalten und das positive Feedback der Zuhörer habe ihn ermutigt, seine Gedanken dazu in Buchform zu bringen.

Meilensteine einer einmaligen Karriere

Mario Stecher prägte über zwei Jahrzehnte hinweg die Nordische Kombination. Sein erster Weltcup-Start fand im Jänner 1993 in Saalfelden statt, im Dezember 1993 landete der junge Steirer bereits auf dem 7. Platz. Kurz darauf, Anfang 1994, feierte der damals erst 16-jährige Stecher als jüngster Kombinierer aller Zeiten schon seinen ersten Weltcupsieg. Und das am legendären Holmenkollen in Norwegen. 1994 nahm Stecher auch an den ersten Olympischen Winterspielen seiner Karriere in Lillehammer teil – fünf weitere Olympische Spiele sollten folgen. 2014 holte er sogar noch einmal Bronze im Team-Bewerb bei den Winterspielen von Sotschi. Zweimal Gold und zweimal Bronze lautet Stechers beeindruckende Olympiabilanz. Auch bei Weltmeisterschaften holte Stecher zwei Goldmedaillen, drei Silberne und eine Bronzene. Insgesamt 43 Weltcup-Podestplätze gehen auf das Konto des Steirers, zwölfmal stand er ganz oben. Mario Stecher ist zudem Träger des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich.

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Kombinierer Mario Stecher beendet nach 22 erfolgreichen Jahren seine Profikarriere.

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Seit 1993 war der gebürtige Eisenerzer Fixstern im Nordischen Skiweltcup.

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Mario Stecher beim Weltcup in Seefeld in Tirol.

Foto: Heinz Holzknecht
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Mario Stecher beim Weltcup in Seefeld in Tirol.

Foto: Heinz Holzknecht
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Mario Stecher beim Weltcup in Falun.

Foto: Mario Strecher
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Mario Stecher beim Weltcup in Seefeld in Tirol.

Foto: Heinz Holzknecht
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