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Ressort: Chronik, Gesellschaft, Vinzenzgemeinschaft, Soziales
Datum: 18.6.2015
Ort: Innsbruck

Vinzenzgemeinschaften Tirol ziehen Halbjahresbilanz

Die Tiroler Vinzenzgemeinschaften ziehen Bilanz und blicken positiv auf das bisherige Jahr zurück: Schwerpunkte im Jahr 2015 waren bis dato der regionale Ausbau der Projekte „VINZIHilfe“ (Kleinschuldnerberatung) und „VINZIHand“ (Beschäftigungsinitiative) sowie die Gründung einer neuen Vinzenzgemeinschaft im Tiroler Oberland. Bereits jetzt weisen die Vinzenzgemeinschaften erneut auf die Notwendigkeit von weiteren Notschlafstellen im Winter hin und fordern mehr Toleranz im Umgang mit bettelnden Menschen.

„Als ein Höhepunkt des bisherigen Jahres zählt mit Sicherheit die Neugründung der Vinzenzgemeinschaft im Tiroler Oberland“, erklärt Christoph Wötzer, Präsident der Tiroler Vinzenzgemeinschaften, und weist auf die Gründung der 68. Vinzenzgemeinschaft (VG) in Obsteig hin. Als wichtige Schwerpunkte im laufenden Jahr nennt Wötzer den regionalen Ausbau der Projekte „VINZIHilfe“ sowie „VINZIHand“.

„VINZIHilfe“ als Erfolgsprojekt

„Die Vinzenzgemeinschaft ‚VINZIHilfe‘ wurde als Hilfe für Menschen in der Schuldenfalle im Jahre 2006 gegründet und umfasst die Beratung der Kleinschuldner in Notsituationen ebenso wie die Durchführung kleinerer Schuldenregulierungsverfahren“, erläutert „VINZIHilfe“-Obfrau Karoline Senn. Dazu gehört auch die Kontaktaufnahme mit den Gläubigern zur Stundung und ratenweisen Rückzahlung der Schulden. Der Kontakt erfolgt über die Vinzenzgemeinschaft, nach Abschluss der außergerichtlichen Schuldenregulierung erfolgt die Nachbetreuung, also die Begleitung der Maßnahmenumsetzung. Kann eine Ratenzahlung nicht eingehalten werden, so kann hier die Vinzenzgemeinschaft Hilfestellung leisten.

„Die Verbindlichkeiten liegen im Durchschnitt bei 4.000 Euro“, erklärt die Obfrau. „80 Prozent des Klientels von ‚VINZIHilfe‘ sind Frauen, zwei Drittel der SchuldnerInnen sind in einem Alter zwischen 40 und 60 Jahren, rund 50 Prozent der Betroffenen sind Alleinerziehende.“ Über die Jahre hat sich herauskristallisiert, dass die Art der Schulden zu 70 Prozent Mietrückstände sind, Grund für die Verschuldung ist zu 50 Prozent mangelhafte Wirtschaftsführung.

„20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich 2014 um 32 Menschen in der Schuldenfalle gekümmert. Sie wurden in eigenen Schulungen für diese Arbeit vorbereitet”, fügt Senn hinzu. „Die Zusammenarbeit mit der professionellen Schuldnerberatung Tirol funktioniert ausgezeichnet.“ Der Bedarf sei groß und es sei beabsichtigt, in den Bezirken Zweigstellen einzurichten.

Mit „VINZIHand“ Beschäftigungssuchende sinnvoll einsetzen

Auch die Beschäftigungsinitiative „VINZIHand“ stellte sich als dringend notwendig heraus. Bei „VINZIHand“ handelt es sich um eine Möglichkeit, Flüchtlinge und Beschäftigungssuchende in gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten einzusetzen – beispielsweise in der Unterstützung (älterer) Menschen, die zu Hause Hilfe in der Alltagsarbeit brauchen. Die HelferInnen sind als Mitglieder im Verein „VINZIHand“ Unfall,- Haftplicht- und Rechtschutz versichert. Die Leistungsempfänger geben für die Dienste Spenden, von denen der Sachaufwand finanziert wird.

„Bisher wurden rund 10.000 Stunden geleistet, der Bedarf ist groß und die Erfahrungen mit den HelferInnen sind durchwegs positiv“, so „VINZIHand“-Obmann Günther Dietmar. Auch Flüchtlinge haben sich in der Beschäftigungsinitiative bewährt. Es gelingt, diese Menschen aus ihrer Isolation zu holen, sinnvolle Freizeitaktivitäten und soziale Integration zu fördern. Aufgrund der positiven Erfahrungen ist beabsichtigt, diese Beschäftigungsinitiative durch regionale Zweigstellen zu erweitern und hier auch Flüchtlingsheime einzubinden.

In diesem Zusammenhang erneuern die Vinzenzgemeinschaften die Anregung, Flüchtlinge auch in gemeinnützigen Projekten wie Reinigung von Jugendzentren und kirchlichen Einrichtungen mithelfen zu lassen. Solche Beschäftigungen sind den Flüchtlingen derzeit nicht erlaubt.

Forderungen: Schlafstellen im Winter und mehr Toleranz für bettelnde Menschen 

„Niemand sollte im Winter im Freien schlafen und frieren müssen“, so Christoph Wötzer. „Durch unser Projekt ‚VINZIBett‘ haben wir den Bedarf an Schlafplätzen aufgezeigt. Auch durch den Neubau des Integrationshauses, wodurch Schlafplätze im Winter wegfallen, wird der Bedarf im kommenden Winter steigen.“ Den Vinzenzgemeinschaften ist daher die rechtzeitige Vorsorge für Schlafstellen im Winter ein besonderes Anliegen.

Auch das stille Betteln sehen die Vinzenzgemeinschaften als Grundrecht und appellieren an die Gesellschaft und die Entscheidungsträger. Die Vinzenzgemeinschaften bitten um Toleranz für diese hilfsbedürftigen Menschen und darum, auf weitere verschärfende Bestimmungen im Bettelbereich zu verzichten.

Über die Vinzenzgemeinschaften:

Mit rund einer Million Mitgliedern sind die Vinzenzgemeinschaften die größte ehrenamtliche Laienorganisation der Welt. In Tirol gibt es derzeit 68 Vinzenzgemeinschaften mit rund 600 Mitgliedern. Der Dachverband aller Vinzenzgemeinschaften in Tirol (Zentralrat) unterstützt die Gemeinschaften in ihrer Arbeit sowie auch finanziell. Jährlich schütten die Tiroler Vinzenzgemeinschaften rund 600.000 Euro an finanziellen Hilfen aus, die Finanzierung erfolgt dabei durch Spenden. Die MitarbeiterInnen arbeiten ehrenamtlich, weshalb jede Spende ohne Abzug den Hilfebedürftigen zukommt.

Nähere Informationen zu den Tiroler Vinzenzgemeinschaften finden Sie unter www.vinzenzgemeinschaften-tirol.at.

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Rückfrage-Hinweis:

Vinzenzgemeinschaften Tirol
c/o Dr. Christoph Wötzer
Lohbachsiedlung B23b
a-6020 Innsbruck

m: +43 650 2873170

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c.woetzer@tirol.gv.at

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Freuen sich über die positive Halbjahresbilanz: (v.r.:) Christoph Wötzer (Präsident der Tiroler Vinzenzgemeinschaften), Karoline Senn (Obfrau VINZIHilfe) und Dietmar Günther (Obmann VINZIHand).

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Christoph Wötzer (Präsident der Tiroler Vinzenzgemeinschaften), Karoline Senn (Obfrau VINZIHilfe) und Dietmar Günther (Obmann VINZIHand, v.l.) stellten die Schwerpunkte der bisherigen Arbeit im Jahr 2015 vor.

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In Tirol gibt es derzeit 68 Vinzenzgemeinschaften mit rund 600 Mitgliedern.

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(v.l.:) Christoph Wötzer (Präsident der Tiroler Vinzenzgemeinschaften), Karoline Senn (Obfrau VINZIHilfe) und Dietmar Günther (Obmann VINZIHand).

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