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Ressort: Events, Kultur, Swarovski Kristallwelten, Musik
Datum: 14.8.2015
Ort: Wattens/Tirol

fmRiese – Forward Music Festival 2015: Die Künstlerportraits

Drei Tage lang, vom 27. bis 29. November 2015, richtet fmRiese – Forward Music Festival den Fokus auf Pop und auf Österreich: „Pop Here. Pop Now.“ lautet das Motto der vierten Festivalausgabe, die Musik dazu kommt von der Wiener Band Bilderbuch, von Schmieds Puls, Attwenger, Dorian Concept mit dem JazzWerkstatt Wien New Ensemble und – für den fmRiese Nachwuchs – vom Gemüseorchester. Die Künstler im Portrait:

Attwenger
Markus Binder – Schlagzeug, Gesang, Electronics, Maultrommel
Hans-Peter Falkner – Akkordeon, Electronics, Gesang

Attwenger – der Schlagzeuger Markus Binder und der Akkordeonist Hans-Peter Falkner – feiern dieses Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Ihre Musik ist ein sich ständig wandelndes Konglomerat aus Volksmusik, Punk, Drum’n’Bass und Trance in unterschiedlichen Gewichtungen, immer aber auf der Basis des präzisen, motorischen Schlagzeugspiels von Markus Binder und mit oft repetitiven Texten, die zwischen Rap und Dada, zwischen Gesellschaftskritik und Sprachwitz oszillieren.

attwenger.at


Dorian Concept & JazzWerkstatt Wien New Ensemble
Dorian Concept – Solist, Keys, Komposition
Sixtus Preiss – Drums
Manu Mayr – E-Bass, Kontrabass
Peter Rom – Gitarre
Clemens Wenger – Klavier, Synthesizer
Leo Riegler – Elektronik, Turntables, Stimme
Clemens Salesny – Saxophon, Klarinette
Daniel Riegler – Posaune

„Ich denke“, sagt der Wiener Elektroniker Oliver Thomas Johnson aka Dorian Concept über sein künstlerisches Konzept, „es läuft auf die Verspieltheit in der Musik hinaus.“ Tatsächlich scheint die Freude daran, Klänge, Harmonien und Rhythmen zu erforschen, spielerisch miteinander in Beziehung zu setzen, live zu improvisieren und musikalisches Material weiterzuentwickeln, eines der wesentlichen Elemente seiner Arbeit im Studio und auf der Bühne zu sein. Am Beginn standen Experimente mit einfacher Musik-Software, die autodidaktische Beschäftigung mit analogen Instrumenten – Saxophon, E-Bass, Klavier – und die Auseinandersetzung mit HipHop und mit Ikonen des Jazz wie John Coltrane und McCoy Tyner. Die ersten Alben, die EP „Maximized Minimalization“ (2008) und der Longplayer „When Planets Explode“ (2009), erstellte Dorian Concept mit sehr reduziertem Equipment – einem MicroKorg-Synthesizer – und erzielte damit einen Sound, der wie die „Kulmination der letzten zehn Jahre von Techno-, Grime- und HipHop-Clubmusik“ (boomkat.com) klang.

Mit dem Plan für die zweite CD „Joined Ends“, erschienen 2014 bei Ninja Tunes, ging auch ein Wechsel von Equipment – der MicroKorg wurde durch ein Wurlitzer E-Piano und analoge Synthesizer ersetzt – und Stil einher. In dem stärker von Melodien und entspanntem Clubsound geprägten Album finden sich aber nach wie vor Anknüpfungspunkte zu Jazz und Improvisation – eine der Grundlinien, die Dorian Concept und das JazzWerksatt Wien New Ensemble miteinander teilen. Ähnlich wie das Brand Brauer Frick Ensemble im ersten Jahr von fmRiese werden auch hier elektronische Stücke neu arrangiert und akustisch interpretiert, wobei Improvisation und der musikalische Dialog zwischen den Solisten bestimmende Parameter sind.

www.dorianconcept.com
jazzwerkstatt.at/workshops/newensemble/


Schmieds Puls
Mira Lu Kovacs – Gesang, Gitarre
Walter Singer – Kontrabass
Christian Grobauer – Schlagzeug

Selten nimmt einen eine Band nach nur wenigen Takten so für sich ein wie Schmieds Puls, dieses reduzierte, sanfte, lyrische Gebilde aus Stimme, Gitarre, Kontrabass und Schlagzeug. Friederike Kempers Wort von der Poesie, die immer Recht hat, kommt einem dabei in den Sinn und die Stimmen von Singer-/Songwriterinnen wie Ani DiFranco, PJ Harvey oder Björk. Kluges Songwriting und eine sehr genaue Vorstellung von der Klangwelt, in der die Songs Gestalt annehmen sollten, waren auch zwei entscheidende Impulse für die Gründung der Band rund um die junge Sängerin und Gitarristin Mira Lu Kovacs. Zu ihren Liedern schienen ihr Kontrabass und Schlagzeug gut zu passen – und die Musiker Walter Singer und Christian Grobauer, die sie aus einem gemeinsamen Projekt mit dem Pianisten David Six kannte.

Seit einigen Jahren feilen die drei in Wien lebenden Musiker nun am zugleich leichten und dunklen, ruhigen und beweglichen Sound von Schmieds Puls, nachzuhören auf dem Debüt „Play Dead“ von 2013 und ab Oktober 2015 auf dem Nachfolgealbum „I Care a Little Less About Everything Now“. Dabei werden Arrangements immer wieder aufs Neue verändert und Details sehr genau ausgearbeitet. „Jedes Lied“, sagt Mira Lu Kovacs, „hat so seine Bedürfnisse, auf die gehen wir ein.“ Dieser Prozess funktioniert mit ganz wenigen Vorgaben – „nicht zu viel sollte es sein“ – und darf auch viel Zeit in Anspruch nehmen: damit sich ein einzelner Song oder der Bandsound insgesamt so frei wie möglich weiterentwickeln kann.

www.schmiedspuls.com


Bilderbuch
Maurice Ernst – Gesang, Gitarre
Michael Krammer – Gitarre
Peter Horazdovsky – Bass
Philipp Scheibl – Schlagzeug

Einen „verschmitzten Ansatz“ pflegt der Frontmann von Bilderbuch, Maurice Ernst, gepaart mit einer übersteigerten Attitüde, wie man sie von Kanye West, Prince oder David Bowie kennt. Beim Schreiben von Texten geht es darum, in der deutschen Sprache das Erzieherische und das extrem Machohafte zu umschiffen, Sexiness mit einem Augenzwinkern zu präsentieren, mit der Moral zu spielen – und am Ende offen zu lassen, wie die Geschichte ausgeht. Es geht um Lässigkeit, Statussymbole, subtile Kritik, Design bis hin zur Auswahl des perfekten Autos zum „Maschin“-Video – ein gelber Lamborghini Diablo – und um den eigenen Dresscode, der Maurice Ernst den Titel „Bestangezogener Österreicher 2015“ eingebracht hat. Vor allem aber geht es um den Groove, den die vor zehn Jahren gegründete Band in verschiedenen Genres findet. Die Wurzeln der vier Musiker, die anfangs vor allem Märchen vertonten, liegen in Indie-Rock und Progressive Rock. Entscheidende Anregungen, ihr musikalisches Spektrum zu erweitern, erhielten sie vom 2010 erschienen Album „My Beautiful Dark Twisted Fantasy“ von Kanye West. Nicht nur deshalb ist ihr Sound heute stärker von HipHop, Pop und Electronics geprägt, auch der Wechsel an den Drums – mit Philipp Scheibl gibt seit 2012 ein HipHop-Schlagzeuger den Rhythmus vor – hat „eine Tür aufgestoßen“. „Auf einmal hat es keine Zwänge gegeben“, sagt Maurice Ernst, vieles sei möglich geworden – bis hin zum internationalen Erfolg, den Bilderbuch mit coolem Understatement live und mit dem aktuellen Album „Schick Schock“ feiert.

www.bilderbuch-musik.at


Gemüseorchester/The Vegetable Orchestra
Jürgen Berlakovich, Nikolaus Gansterer, Susanna Gartmayer, Barbara Kaiser, Matthias Meinharter, Jörg Piringer, Ingrid Schlögl, Ulrich Troyer, Tamara Wilhelm, Martina Winkler

Was unterscheidet den Klang einer Karottenflöte von dem einer Paprikatrompete? Knackt oder raschelt ein Wirsing, wenn man ihm sanft die Blätter zupft? Und welche Töne lassen sich einer Schallplatte entlocken, wenn man sie mit dem spitzen Ende einer grünen Bohne abspielt? Antworten auf Fragen wie diese gibt das Gemüseorchester, das 1998 in Wien gegründet wurde und seither seine Konzerte als Gesamtkunstwerke konzipiert: von der Herstellung der vegetabilen Instrumente bis zum Verspeisen einer Gemüsesuppe.

Instrumente aus Pflanzen zählen zu den frühesten Klangerzeugern: ausgehöhlte, getrocknete Kürbisse etwa, die geklopft werden, Samenkapseln, die geschüttelt werden, oder Äste, die – ausgehöhlt und mit Löchern versehen – als Flöten dienen. Nach ähnlichen Prinzipien funktionieren auch die Rhythmus- und Melodieinstrumente des Gemüseorchesters, begleitet werden sie mitunter von Küchengeräten wie Reiben oder Messern. Eine spezielle Mikrofonierung macht auch sehr leise Töne hörbar.

Wie man solche Instrumente herstellt und ihnen Musik entlockt, zeigt das Gemüseorchester beim ersten Workshop für Kinder und Familien bei fmRiese in den Swarovski Kristallwelten. Im anschließenden Konzert wird dann auch hörbar, wie Wirsing, Paprika und Bohne klingen: freundlich, swingend, spielerisch, melodiös, tänzerisch, klappernd, blubbernd oder nach allen Geräuschen des Urwalds. Und am Ende, wenn das Orchester seinem Publikum einen großen Topf Gemüsesuppe serviert, hört es sich an wie am Mittagstisch – wohliges Schmatzen nicht ausgeschlossen.

www.vegetableorchestra.org


Christof Dienz
Künstlerische Leitung fmRiese, Komposition

Als Komponist und Musiker bewegt sich der 1968 in Tirol geborene Christof Dienz in unterschiedlichen Zusammenhängen der Neuen Musik und anderer aktueller Musikströmungen. Er war Leiter und Komponist der Gruppe „Die Knödel“ (1992–2000), Fagottist in der Wiener Staatsoper (1997–2000), musizierte mit Marc Ribot, Zeena Parkins, Terry Bozzio, DJ DSL, Wolfgang Puschnig, Thomas Larcher u. a. m. und komponierte unter anderem für das Bruckner Orchester Linz, das Tiroler Symphonieorchester Innsbruck, das Klangforum Wien und viele mehr. Daneben entstand Musik für Filme, Theater und digitale Spiele. Umfassende Einblicke in seine kompositorische Arbeit gaben Porträtkonzerte und Residencies bei den Klangspuren Schwaz (2003), beim Neue-Musik-Zyklus „Fast Forward. 20:21“ der Jeunesse (2007), beim Jazzfestival Saalfelden (2006), bei „musik aktuell – neue musik in nö“ und beim Komponistenforum Mittersill (beide 2009).

Neben dem Fagott hat sich Christof Dienz vor einigen Jahren die Zither als Instrument erschlossen und dafür neue Spieltechniken entwickelt – nachzuhören unter anderem auf der 2005 erschienenen und mehrfach ausgezeichneten CD „Dienz zithered“.

Weitere Projekte umfassen die Gruppen Dienztag, das Dienz Mixed Ensemble und das Ensemble Quadrat:sch, das alpenländische Kammermusik in neuem Kontext spielt. Mit der künstlerischen Leitung von fmRiese – Forward Music Festival führt Christof Dienz seit 2012 seine Auseinandersetzung mit Musik auf einer weiteren Ebene fort.

www.dienz.at

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Attwenger schaffen rhythmusbasierte Minimal-Kunstwerke, die vom präzisen Zusammenwirken von Schlagzeug, Akkordeon und dadaistischer Poesie leben.

Foto: Gerald von Foris
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Dorian Concept tritt zusammen mit dem JazzWerkstatt Wien New Ensemble in Wattens auf und steckt das Feld zwischen Jazz-Improvisation und Sampling ab.

Foto: JazzWerkstatt Wien New Ensemble
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Die drei in Wien lebenden Musiker von Schmieds Puls entwerfen anmutige Lieder, die weite, bilderreiche Räume öffnen.

Foto: Astrid Knie
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Hauptact beim diesjährigen fmRiese ist die österreichische Band Bilderbuch. Der Konzertabend am Samstag, 28. November ist bereits ausverkauft.

Foto: Niko Ostermann
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Ein Familienkonzert am Sonntag ist neu im Programm: Gestaltet vom Wiener Gemüseorchester lädt es zum Instrumente-Machen, Töne-Erfinden und Musik-Erleben ein.

Foto: Zoefotografie
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Festivalkurator Christof Dienz hat sich für die bereits vierte Auflage von fmRiese - Forward Music Festival dem Motto „Pop Here. Pop Now.“ gewidmet.

Foto: Christoph Walder
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